Schnorreswanderfahrt


Wie so viele regelmäßig stattfindende Wanderfahrten hat auch die Schnorres-Wanderfahrt ihr festes Ritual: Freitags fahren wir nach Altenheim, beziehen unsere Zimmer im Ratsstüble, essen in gepflegter Atmosphäre zu Abend und versuchen, uns die Angst vor dem kommenden Tag von der Seele zu trinken.

So auch in diesem Jahr. Unklar ist nur, warum wir, nachdem wir uns für die Fahrt in den Süden für die französische Seite entschieden hatten, durch einige winzige Ortschaften hindurchfuhren. Vielleicht war das Navi ja auf ländliches Sightseeing eingestellt worden... Dieses Mal parkten wir den Hänger gleich am Ausgangsort, nämlich in La Wantzenau, am Ufer der Ill, ehe wir nach Altenheim weiter fuhren. Die Gaststube war bis auf den letzten Platz belegt und so mussten wir die Wartezeit in der Bauernstube mit einem Glas Gerstensaft überbrücken. Doch bald wurde "unser" Tisch frei und wir zogen in die Gaststube um, wo wir uns aus der reichhaltigen Speisekarte einige Leckerbissen aussuchten. Auf der Tageskarte gab es argentinische Rinderhüfte mit Pilzen und Spätzle, und das für unter 20 EUR. Da ließen sich drei von uns nicht lange bitten und bestellten spontan das Tagesgericht, während andere Fisch oder Schweinelende den Vorzug gaben.

Seit wir das erste Mal im Ratsstüble die Schnorres-Wanderfahrt begonnen hatten, kommen wir immer wieder hierher. Die Gastfreundlichkeit, die Freundlichkeit der Familie Strosack, die sauberen Zimmer und nicht zuletzt das gute Essen wissen wir zu schätzen.

Am Samstag fuhren wir bei kühler Witterung über Straßburg nach La Wantzenau, nicht ohne vorher in einem kleinen Supermarkt Verpflegung für unterwegs einzukaufen: Baguettes, Rillette, Pastete, Rotwein, Obst usw. In La Wantzenau brachten wir die Boote zu Wasser, einen Zweier mit Steuermann und einen Dreier mit Steuermann. Etwa 4 - 5 km schlängelt sich die Ill idyllisch an La Wantzenau vorbei durch naturbelassene Auenwälder, ehe sie parallel zum Rhein in Sichtweite des Damms verläuft. Schließlich mündet sie bei Rhein-km 311,300 links unterhalb der Staustufe Gambsheim in den Rhein. Bei wenig Schiffsverkehr fuhren wir ruhig und gemütlich stromabwärts bis zur NATO-Rampe bei km 327, wo bereits unser Bus mit dem Picknick auf uns wartete.

Beim Aussteigen rutschte Horst auf dem glitschigen Untergrund aus und setzte sich ins kalte Wasser. Da traf es sich gut, dass er nach der Pause Landdienst hatte, weil er keine trockenen Rudersachen mehr dabei hatte. In der Pause ließen wir uns unser "französisches" Buffet schmecken und spülten mit einigen Schlucken Rotwein nach. Weiter ging es bis etwa Rhein-km 332,2; dort befindet sich am rechten Ufer eine Umtragestelle für Paddel- und Ruderboote. Dahinter befindet sich der Sandbach, der es ermöglicht, die Iffezheimer Schleuse zu umfahren. Allerdings mussten wir feststellen, dass der Sandbach wenig Wasser führte, was uns dreimal dazu zwang, die Boote zu verlassen, da wir auf Grund gelaufen waren. Bei km 335,9 erreichten wir wieder den Rhein und fuhren weiter Richtung Plittersdorf. Aufgrund des niedrigen Wasserstandes war es nicht möglich, in den Altrheinarm bei Plittersdorf einzufahren, weshalb wir an einer NATO-Rampe ausstiegen und die Boote für die Nacht lagerten. Dabei machte Hannes die Erfahrung, dass sich manche Rettungswesten bei Kontakt mit Wasser sofort aufblasen. Ab diesem Augenblick wies er eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Michelinmännchen auf.

Wir übernachteten im "Anker", wo wir einen gemütlichen Abend verbrachten. Die überaus nette Bedienung servierte uns Badisches Schäufele und andere Leckereien. Wie immer gab es Kameraden, die beim Hauptessen ihre Portion nicht schafften, aber dann bei den anderen vom Nachtisch probieren wollten. Am nächsten Morgen war es leicht neblig, doch die Schwaden lichteten sich rasch, so dass einer Weiterfahrt nichts im Wege stand. Wir mussten ja vor einigen Jahren an dieser Stelle wegen starken Nebels die Boote aufladen und bis Germersheim mit dem Auto weiter fahren. Von Plittersdorf bis Germersheim sind es immerhin 44 km zu rudern, und die wollen selbst mit dem Strom auch erst gerudert sein. Die Schifffahrt hielt sich sonntags in Grenzen und wir kamen recht gut voran, sodass wir gen 13 Uhr den Germersheimer Ruderclub erreichten. Hier stärkten wir uns mit verschiedenen Fischtellern, Schnitzeln und Rumpsteaks. Der ein oder andere war trotz der üppigen Portionen immer noch nicht satt und genehmigte sich ein Stück Torte aus eigener Herstellung zum Nachtisch. Dermaßen gestärkt machten wir uns auf die letzten 31 km bis zur heimatlichen Pritsche. Zu Hause angekommen, wurden die Boote gründlich gereinigt, ehe sie wieder ins Lager gelegt wurden. Mit einem "Schön war's" verabschiedeten wir uns, um daheim die müden Knochen in der Badewanne zu entspannen.