Wanderrudertreffen Baden-Württemberg


Nach einer kurzen Nacht (Detlef und Hilde hatten in den Mai getanzt) machten wir uns tapfer auf den langen Weg zum Bodensee, zum diesjährigen Wanderrudertreffen in Radolfzell.

Von Speyer starteten also Ilona Hasper, Detlef Ostheimer und Hilde Liedloff. In Germersheim stießen Monika Ludwig, Sigrun Schell und Nikoleta Kartali von der Rhenania Germersheim dazu. Bald entwickelte sich in Ilonas Siebensitzer ein lebhafter Geräuschpegel: zu Hildes und Sigruns angeregter Unterhaltung gesellten sich Ilonas trockener Staccato-Husten sowie Nikoletas verschiedene Handy- Klingeltöne, so dass keine Langeweile aufkam. Manche Mitfahrer hätten es vielleicht lieber etwas ruhiger gehabt…

In Radolfzell angelangt, trafen wir auf Christa Wilhelm-Buhlmann und Frank Wilhelm, die separat angereist waren. Nach einer lieben Begrüßung mit heißem Kaffee machten wir uns auf die Suche nach dem Bootshaus in Steckborn, von wo aus wir einen Doppelvierer nach Radolfzell rudern sollten. Monika und Sigrun hatten ein Café vorgezogen. Doch leider spielte das Wetter nicht mit. Zu dem Regen, der uns schon die ganze Fahrt über begleitet hatte, kam nun noch starker Wind auf. In Steckborn wurden wir wie folgt empfangen:" Wollt Ihr aufs Wasser? - Wir rudern nicht!" Da dem nicht wirklich etwas entgegen zu setzen war, musste ein Alternativprogramm her. Wir entschieden uns für einen Bummel durch Konstanz. Auf der Fahrt dorthin hatten wir reichlich Gelegenheit, das "junge frische Grün" zu bewundern. Nach einer Besichtigung des Konstanzer Doms stärkten wir uns mit Leckereien im Bahnhofscafé.

Zurück in Radolfzell, ging es im Hotel, das Christa dankenswerter Weise für uns reserviert hatte, gleich nach der Zimmervergabe zum Abendessen. Bei Rotwein im Zimmer von Ilona und Detlef ließen wir den Maifeiertag ausklingen, an dem wir zwar nicht rudern konnten, aber trotzdem viel Spaß hatten.

Am Morgen des 2. Mai sah das Wetter besser aus. Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet im Hotel trafen sich alle RuderInnen auf dem Gelände des TV Radolfzell zur Begrüßung durch Werner Rudolph und anschließender Taufe des neuen LRVBW- Kirchboots. Leider rutschte Werner der Name "Johanna", benannt nach Johanna Kienzerle, der Vorsitzenden des Landesruderverbandes, vorab heraus, so dass sich die Spannung auf die Tuchenthüllung durch Renate Rudolph in Grenzen hielt.

Anschließend gab es eine kurze Ehrenrunde im neu getauften Kirchboot mit den Honoratioren, von Presse und Fotografen festgehalten. Dann konnten auch wir endlich rudern! Nachdem alle auf die Boote verteilt worden waren, sollte die schöne Klosterinsel Reichenau umrundet werden. Von unserer Gruppe hatte es nur Detlef ins Kirchboot geschafft. Ilona und Nikoleta kamen in einen Vierer aus Überlingen, Sigrun und Hilde in einen Sechser aus Friedrichshafen, Christa landete im Bug eines Vierers aus Steckborn und Monika im zweiten Vierer aus Überlingen. Ohne Regen ging es los. Allerdings bescherte uns der Wind auf dem offenen Stück zwischen Radolfzeller Bucht und der Reichenau reichlich Wellen. Dem Kirchboot machten sie vergleichsweise wenig aus, und Hilde, die den Sechser steuern musste, kamen die Erfahrungen vom frischen Haff zugute. Pech hatte hingegen Christa: ihr Boot lief voll, so dass sie bis zum Bauchnabel im Wasser saß! Sie mussten anlegen. Um das schwere Boot drehen zu können, bedurfte es der Hilfe einiger Angler, die Christa mit ihrem Charme glücklicherweise zu Mithilfe bewegen konnte.

Nach einem eher schmalen Mittagessen wurden in der Radolfzeller Bucht noch die fehlenden Kilometer gerudert, damit der Tag als Wanderfahrt gelten konnte. Hinterher gab es bei Kaffee und Abendbrot die Gelegenheit, sich mit RuderInnen von anderen Vereinen auszutauschen. Schließlich machten wir uns auf zum Hotel, wo wir in Franks Geburtstag reinfeiern wollten. Da Frank uns großzügig mit Leckereien und alkoholischen Getränken versorgte, ging die Feier im schon bewährten Zimmer von Ilona und Detlef weiter, nachdem der Wirt sich zurückgezogen hatte.

Am nächsten Morgen saßen wir alle pünktlich und erstaunlich munter beim Frühstück. Da Christa ihren Mann an seinem Ehrentage nicht allein lassen wollte, fuhren wir nur zu sechst zum TV Radolfzell zur Nachtour. Nikoleta und Monika wollten aus gesundheitlichen Gründen nicht rudern, so dass wir restlichen gemeinsam mit unserem "alten Bekannten" Jürgen Stalbohm als Steuer- und Obmann in einem Boot landeten. Das Wetter hielt, und so konnten wir die ganze Radolfzeller Bucht ausfahren. Ilona steuerte uns nach einer kleinen Pause sicher wieder zurück.

Direkt nach Mittagessen und Kaffee im Bootshaus hieß es aufbrechen, denn Hilde musste zum Nachtdienst. Ein Stau mit vermeintlicher Vollsperrung machte die Rückfahrt nochmal richtig spannend, aber letztendlich hat es doch gereicht, und wir waren pünktlich zurück. Fazit: trotz des gemischten Wetters eine wunderschöne Wanderfahrt - Wir freuen uns schon auf die nächste an Pfingsten!